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Der
Flughafen Köln Butzweilerhof 1936 |
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Auf dem Butzweilerhof ereigneten sich
viele luftfahrthistorische Ereignisse, die den Butzweilerhof zu einem
bedeutenden internationalen Luftfahrtort machten. Diese Ereignisse in
diesem Kapitel zu beschreiben würde dieses Unterkapitel unübersichtlich
machen. Lesen Sie deshalb bitte die Startseiten der einzelnen Jahrzehnte
auf dieser Seite.
Bitte bewegen Sie den Cursor über das Bild um eine Erklärung der einzelnen Gebäude zu bekommen. ![]() Für diesen Neubau konnte man die Erfahrungen nutzen die bisher in den alten Provisorien gesammelt wurden. So begannen, unter der Leitung des Hochbauamtes der Stadt Köln, die Baumaßnahmen für den zukünftigen Flughafenkomplex am 23. April 1935. Zu den Bauarbeitern gehörten vor allem ca. 1100 Arbeitslose. ![]() Links: Eine seltene Aufnahme: Blick vom - nun - alten Verkehrsturm entlang der alten Hallen auf das neue Flughafenensemble im Süden des Flughafens. Aus diesem Grund spricht man auch vom ERSTEN (1926 - 1936) und ZWEITEN (1936 - 1939) Butzweilerhof. Durch einen glücklichen Zufall wurden mir Konstruktionspläne des Neubaus des Butzweilerhofs angeboten. Dieses Angebot nahm ich natürlich gerne an und möchte Ihnen hiermit Teile dieser Architekturpläne zeigen. ![]() Rechts: Das Gebäude wurde vom Kölner Stadtbaurat Professor Hans Mehrtens entworfen. Der Adler in blauer Basaltlava wurde von Willi Meller gestaltet. Sehen Sie dazu auch die Ausstellung der Kunst & Museumsbibliothek Köln: "Willy Meller Ein Künstler zwischen Diktatur und Demokratie". ![]() Links: Ansicht von Westen Eingang zur Gaststätte des Flughafens. Der zurück springende Gebäuderiegel auf der rechten Seite mit den hohen Fenstern zeigt die Empfangshalle des Flughafens. Darüber befinden sich zw. Übernachtung die Zimmer der Piloten, die Abends für die letzten bzw. morgens für die ersten Flüge eigeteilt waren. ![]() Rechts: Ansicht von Osten Querschnitt durch den Verwaltungs-flügel des Flughafengebäudes inkl. der Kelleretage. Links oben die Fenster der Zimmer die für die Piloten der Nachtflüge reserviert waren. Auf diesem Plan ist auch der über zwei Stockwerke gehende Heizungskeller des Flughafengebäudes zu erkennen.
Schon damals nahm mit steigendem Fluggast- und Frachtaufkommen die Bürokratie zu. Aus diesem Grund wurde der Bürotrackt erheblich vergrößert. Schließlich sollten Air France, Imperial Airways, Sabena und Luft Hansa entsprechende Räumlichkeiten bekommen. Werkstätten wurden direkt an die Halle angebaut wobei jede Fachgruppe eine eigene Werkstatt bekam. Unter dem Butzweilerhof wurde ein Bunkersystem gebaut um Fluggästen und Personal im Kriegsfall Schutz zu bieten. ![]() ![]() Bei den Renovierungsarbeiten fand ich in einer verputzten Wand neben dem Eingang das hier abgebildete Vogelnest. Da die Wand vorher verschlossen war, vermute ich, dass ein Vogel 1935 das Nest gebaut hat als die Halle im Rohbau stand. Da das Nest leer war, wurde der Vogel wahrscheinlich vertrieben bevor Eier gelegt werden konnten. Auf jeden Fall war das leere Nest 68 Jahre in der Wand verborgen. Für ein mögliches Flughafenmuseum habe ich es vorsichtig aus der Wand genommen und mit anderen schönen Fundstücken aus dem Gebäude in einer Kiste aufbewahrt. Leider wurde diese Kiste mit Inhalt aber aus Versehen weggeschmissen. Das Empfangsgebäude des Flughafen Köln Butzweilerhof besteht aus einer großen Halle mit anschließender Gepäck- und Zollabfertigung. Der in Köln ankommende Fluggast sah aus der Empfangshalle durch ein breites Eingangstor, das vom Kölner Kunstschmied Carl Wyland gestaltet wurde, direkt auf den Kölner Dom und bekam so einen ersten Eindruck der Domstadt. In der Empfangshalle befanden sich Glasvitrinen in denen Kölner Firmen mit ihren Produkten Werbung betrieben. ![]() Flugpassagiere
wurden, wenn sie aus der Stadt kamen, von einem großen Adler aus
Basaltlava empfangen. Dieser Adler wurde von Willi Meller aus blauer
Basaltlava geschaffen. Unter dem Adler befinden sich drei Kronen die
für die Stadt Köln stehen. Während des III. Reichs war an
diesem Hauptportal kein Hakenkreuz befestigt. Das ist bemerkenswert, da zu
dieser Zeit an allen Gebäuden bzw. Adlern auch ein Hakenkreiuz angebracht
war. Zu dieser Zeit wurden diese neu gestalteten steinernen Adler auch
direkt mit einem Hakenkreuz versehen.Der einzige "Schmuck" bestand aus Hakenkreuzfahnen die an Fahnenmasten vor dem Hauptportal aufgestellt waren. ![]() Direkt vor dem Hauptportal befand sich der Parkplatz des Flughafen Köln Butzweilerhof. Somit waren damals noch kurze Wege bis zur Gepäckabgabe möglich. Wenn Sie den Cursor über das Bild bewegen, sehen Sie die schönen alten Wagen der 30er Jahre. Zusätzlich konnten die Passagiere und Besucher des Flughafens per Bus anreisen. Diese Buslinie begann am Hauptbahnhof und endete direkt vor dem Hauptgebäude des Flughafen.
Jeweils rechts und links des Hauptportals befanden sich große Messingleuchten die auf Eckkonsolen aus Basaltlava montiert waren. Die Basaltlava wurde im gesamten Besucherbereich zur Einrahmung der Fenster und Türen benutzt. Im Innenbereich wurde diese dunkle Einrahmung mit geschliffenen Schieferplatten fortgesetzt. Alle Metallelemente am Gebäude, wie z. B. der Schriftzug "KÖLN", die Messinglampen am Hauptportal und kleine Verzierungen am Eingangstor wurden goldfarben gehalten. Unten: Der neue Flughafen Butzweilerhof im Jahr der Eröffnung 1936. ![]() Oben: Der Butzweilerhof auf einer Postkarte die zur Eröffnung ausgegeben wurde. Diese bekannte Ansicht wurde von Hugo Schmölz aufgenommen. Noch fehlt die abseits stehende Halle 2 hinter der Halle 1. Um auch hier eine Beschreibung der Gebäude zu bekommen bewegen Sie bitten den Cursor über das Bild. ![]() Oben: Der ehemalige Flughafen Köln Butzweilerhof im Sommer 2011 Links: Im
Süd-Westen wurde neben dem Restaurantbereich eine große
Tribüne aufgebaut um den interessierten Zuschauern einen etwas
höher gelegenenen Aussichtspunkt zu bieten. Hinter der
Tribüne befanden sich Zuschauertoiletten und darauf montiert ein
großer Suchscheinwerfer. Bitte bewegen Sie auch hier den Cursor über
das Foto um eine Erklärung der einzelnen Bereiche zu bekommen.Die Bäume, die auf dem linken Foto im Hintergrund zu sehen sind, stehen z. T. noch heute. Links: Luftbild des Restaurant und Cafes Weißenfeld mit großer Besucherterasse. Im Hintergrund ein überdachter Abstellplatz für Fahrräder. Rechts: die Zuschauertribüne des Butzweilerhofs ![]() ![]() Oben: Die Fluggäste, die aus der Stadt kamen, wurden zum Hauptgebäude entlang einer Allee aus Robinien geleitet (Bild unten), die sich südlich der Anfahrtsstraße befanden. Diese Allee wurde am Gebäude durch üppige Blumenbeet abgelöst. Auf Grund des Alters bestand die Gefahr, dass schwere Äste auf die darunter spielenden Kinder fallen könnten. In diesem Bereich wurde ein Kinderspielplatz angelegt. Am Samstag den 22. Februar 2014 wurden deshalb neun von 21 Robinien gefällt. Das Grünflächenamt der Stadt Köln wird an der Stelle wieder Robinien pflanzen. Dieser Robinienhain wurde 1936 beim Bau des Fughafenterminal angelegt um ein elegantes Entree zu bieten. Der Robinienhain steht unter Denkmalschutz. Allerdings mussten 2014 einige Robinien gefällt werden, da sie ihr Alter erreicht hatten und durch abbrechende Äste Gefahr bestand. ![]() Rechts: Das Obergeschoss des Flughafen Köln Butzweilerhof in dem die Flughafenleitung arbeitete. Zur Stadt hin waren Zimmer eingerichtet in denen Piloten übernachten konnten die entweder mit der letzten Maschine "rein kamen" oder morgens die erste Maschine flogen. Bitte bewegen Sie den Cursor über das Bild um mehr über die Belegung der Räume zu erfahren.
Hier
links sehen Sie den rechten Flügel des Flughafengebäudes. Der graue
Bereich unten zeigt die Terasse des Cafes. Der rote Bereich war das Cafe
zu dem auch die Terasse gehörte. Der Pächter des Restaurants, das Ehepaar
Weißenfeld, lebte in der 3-Zimmer-Wohnung auf der Stadtseite. Hier mit
blauem Bodenbelag eingezeichnet.Der grüne Bereich auf der linken Seite der 3D-Grafik zeigt im vorderen Bereich die Büros der Flughafengeschäftsleitung. Der hintere Bereich, hier nicht mehr im Bild, war Piloten vorbehalten die mit der letzten Maschine "rein kamen" bzw. für die ersten die Flüge am Morgen eingeteilt waren. Bitte bewegen Sie den Cursor über die Grafik um Erklärungen zu den einzelnen Räumen zu lesen. ![]() Im Parterre war ein Restaurant eingerichtet in dem es, neben dem Restaurantbetrieb, auch einen Wartesaal (links vorne) für die Fluggäste. Ausgekleidet war dieser Kaffeeraum mit Wandvertäfelungen aus Holz. Der Fußboden bestand aus Holzparkett. Für eine Erklärung der einzelnen Bereiche bewegen Sie bitten den Cursor über die Grafik. ![]() Das schmale aber langezogene Cafe zog sich über das gesamte oberen Stockwerk des Gaststättentrakt hin. Durch die großen Fenster ließ sich so der Flugbetrieb auch aus der "zweiten" Reihe gut beobachten. ![]() So konnten die Gäste die Aussicht von der Terasse des Flughafen-Cafes genießen. Bei einer Tasse Kaffee konnte der Flugbetrieb auf dem gesamten Flughafengelände beobachtet werden. Hier beobachten die Gäste des Cafes die Abfertigung der Junkers Ju 90 V3 D-AURE "Bayern" - ehemalige "Württemberg" WNr. 4915. Über eine Lautsprecheranlage wurden die Besucher über den Flugbetrieb, die Ziele bzw. Herkunftsorte der abfliegenden und ankommenden Maschinen und machmal auch über besondere Fluggäste informiert. Um die Lautsprecher zu sehen, bewegen Sie bitten den Cursor über das Bild auf der rechten Seite. ![]() Bitte bewegen Sie den Cursor über das Bild um eine Erklärung der umliegenden Gebäude zu lesen. Hier stehen die beiden britischen Flugzeuge vom Typ deHavilland DH.86 Express "Denebola" G-ADUI und "Danae" G-ADUG ![]() Auf der rechten Seite, hier wahrscheinlich noch im Bau, die Besucherterasse. Durch die Tür gelangten die Kölner von der Stadtseite auf die Tribüne um sich von dort den Flugbetrieb anzugucken. Eine Absperrung zum Vor- oder Rollfeld, wie heute üblich ist, gab es damals nicht. ![]() Links: Trinkbrunnen an der Zuschauertribüne ![]() ![]() Zwischen den beiden Windfängen zum Vorfeld konnte die Passagiere, die alle Formalitäten erledigt hatten, in diesem Wartebereich auf den Aufruf Ihre Flüge warten. Anhand der relativ wenig vorhandenen Sitzgelegenheiten läßt sich erahnen, wie groß die Anzahl der Passagiere damals war. Vor der Empfangshalle des Flughafens steht eine Junkers Ju-86. Wahrscheinlich handelt es sich hier um die Maschine mit der Zulassungsnummer D-AKEN. Diese Maschine wurde im Februar 1937 zugelassen, stürzte aber bereits im Oktober 1937 ab. Somit muß diese Aufnahme zwischen Februar und Oktober 1937 gemacht worden sein. ![]() Rechts: Die Ju 52/3m entwickelte sich ab 1932 zum Standartreiseflugzeugen der Lufthansa AG. Noch heute wird die D-ANOY als Traditionsflugzeug der Lufthansa geflogen und erregt auch durch ihr angenehmes Motorengeräusch Aufmerksamkeit. Links: Die JU 52/3m D-ABIZ "Erich Albrecht" vor der Besucherterasse des Flughafens Köln Butzweilerhof. Bei dieser Position dürfte es sich aber nur um eine Parkposition gehandelt haben. Vielleicht wurde die Maschine dort auch nur für das Foto abgestellt. Wie sich an dieser Stelle der Luftstrom von ca. 3 x 650 PS auf Geschirr, Sonnenschirme, Tischtücher, Kuchen, Schlagsahne, Kaffee und natürlich die Cafebesucher ausgewirkt haben dürfte, kann sich jeder selber ausmalen...... Rechts: Auf dem Hallenvorfeld stehen zwei Junkers Ju 52 D-AKUO "Paul Billick" und D-ADEK "Anton Schulz" dazwischen die Short L.17 "Scylla" die auf der Strecke Köln-London eingesetzt wurde. Rechts im Hintergrund der Turm der Luftaufsicht und die Halle 1. ![]() Eine der Hauptfluglinie war u. a. die Linie London-Köln-London. Auf dieser Linie wurde die Short L.17 Scylla der Imperial Airways eingesetzt. Mit 4 Besatzungsmitgliedern konnten 39 Passagiere befördert werden. Die "Scylla" war der Prototyp dieses Flugzeugtyps, wobei aber nur zwei Maschinen gebaut wurden. Die Schwestermaschine trug den Namen "Syrinx". Auf Grund der geringen Geschwindigkeit wurden die beiden Maschinen 1940 ausgemustert. ![]() Auf dieser Postkarte ist das repräsentative Hauptportal des Neubaus zu sehen. Hier ist auch der Linienbus der "Kraftbuslinie 38" zu sehen, der alle 20 Minuten vom Hauptbahnhof zum Butzweilerhof fuhr. Eine Haltestelle befand sich am Kaiser-Wilhelm-Denkmal Ecke Gladbacher Straße. Der Butzweilerhof war damals ein beliebtes Ausflugsziel. Noch heute erzählen viele Kölner mit Begeisterung, aber auch mit Wehmut, an die Zeit als man damals vom Cafe oder Restaurant aus "Flugzeuge gucken" konnte. Auf Nachfrage nach Ereignissen, Flugzeugen, Räumlichkeiten oder Personal erklären diese Besucher heute leider, dass "das Eis wichtiger war als die Flugzeuge". (Manche Dinge ändern sich eben nie.) ![]() Oben: Diese Postkarte zeigt das Cafe bzw. Restaurant im Sommer. Hier das einzige bekannte Farbfoto des Butzweilerhofs das vor dem Krieg entstanden ist. Dabei handelt es sich um eine Postkarte die der Betreiber des Flughafenrestaurants drucken ließ. Während des Krieges diente das Restaurant als Kantine der Luftwaffenwerft. An diese Kantine erinnern sich Veteranen noch heute sehr gerne wegen der guten Qualität der Speisen. Im Keller des Restaurant gab es, nur für Flughafenangehörige und besonders geladenen Gäste, eine eigene Bar - der sogenannte "Heldenkeller". ![]() Der Blick aus der Empfangshalle auf das Vorfeld. Im Hintergrund die D-AURE "Bayern" eine Ju 90, das damals größte Passagierflugzeug Deutschlands für 40 Passagiere. Rechts die G-ADUH "Dryad" eine de Havilland DH86 der Imperial Airways. Diese Maschine wurde 1936 verkauft. Deshalb ist dieses Bild wahrscheinlich kurz nach der Eröffnung der neuen Flughafengebäude (25. Juli 1936) gemacht worden. ![]() Der Betriebshof wurde sowohl als Garagenplatz, als auch als Lagerraum der einzelnen internationalen Fluglinien genutzt. Im hinteren Bereich des Betriebshofs lag die Tankstelle für die Betriebsfahrzeuge. In den Garagen, die zum Flugfeld lagen, waren die Fahrzeuge der Flughafenfeuer untergebracht. Vom Betriebshof aus gab es einen direkten Zugang vom Betriebshof zur Halle1. Die Halle 1 war für insgesamt fünf Luftfahrzeuge von der Größe einer Ju 52 ausgelegt. Im Osten dieser Halle lag der Turm der Luftaufsicht, der auch den technischen Bereich bzw. die technische Einsatzsteuerung beherbergte. Von dort konnte man duch große Bullaugen in die Halle gucken. Eine breite Treppe führt von der ersten Etage direkt in die Halle. Auf der Rückseite der Halle befanden sich Werkstätten für die einzelnen Fachgruppen. Der Turm der Luftaufsicht hatte an
der Vorderseite statt normaler Fenster breite Glasbänder. Auf dem
Turm befand sich ein Glasaufbau der dem Flugsicherheitspersonal eine
sehr gute Rundumsicht auf anfliegende Maschinen ermöglichte. Im
September 1939, zu Beginn des Krieges, fürchtete man bei einem
Bombennahtreffer, dass die ganze Glaspracht zerstört werden
würde. Schließlich waren schon damals Flughäfen
bevorzugte strategische Ziele. Außerdem lag Köln, und somit
der Butzweilerhof, sehr nahe an der westlichen Front und im Bereich der
britischen Bomber. Aus diesem Grund wurde die gläserne Pracht
abgebaut und in einem Schuppen am Westfriedhof zwischengelagert. Im
November 1939 brach dort ein Feuer aus. Bei diesem Feuer handelte es
sich um einen normalen Betriebsunfall, der nichts mit dem Krieg zu
tun hatte. Durch das heiße Feuer und das kalte Löschwasser
war der Stolz des Butzweilerhofs leider schnell zerstört.
Ironischerweise hat dieser neue Teil des Butzweilerhofs nie einen
Bombentreffer erhalten, obwohl die englische Einsatzplanung genau
wußte wo sich die Gebäude befanden. Auch
nach einem direkten Luftangriff auf den Butzweilerhof am 10. November 1944
blieb der Flughafen unbeschädigt.Sogar die hohen Fenster gingen während der vielen Angriffe nicht zu Bruch und waren noch weit in den 50er Jahren in Ordnung. Diese Fenster im Restaurant, der Eingangshalle und dem Gepäck- bzw. Zollbereich wurden im Krieg nie zugemauert. Im Gegensatz dazu wurde der "alte" Teil des Butzweilerhofs, also die ehemalige Fliegerstation, durch Bomben vollständig zerstört. Die Trümmer wurden wahrscheinlich abgeräumt als die Royal Air Force den Butzweilerhof belegte und an dieser Stelle Unterkunftsgebäude errichtete. Der Flughafen war mit modernster Fernmeldetechnik ausgestattet. Die Reichspost hatte eigene Fernmelderäume. Innerhalb der Anlage gab es eine Rohrpost. Leider gibt es heute keine Anhaltspunkte wo sich die einzelnen Endstellen des Rohrpostsystems befanden. Am Nordrand des Rollfeldes befand sich eine Bodenpeilstelle. Am Südrand wurde eine Funkbake installiert. Wo sich die beiden Installationen genau befanden, ist heute nicht mehr bekannt. Als einer der großen deutschen Flughäfen hatte der Butzweilerhof natürlich eine eigene Wetterstation. Auf dem Butzweilerhof war auch eine eigenes Wettererkundungsflugzeug stationiert. Geflogen wurde diese Maschine vom Typ Focke-Wulf Fw 47 "Höhengeier" von dem später bekannten Schriftsteller Egon-Maria Zimmer, der unter dem Pseudonym C. C. Bergius bekannt wurde. Den Tagesablauf beschreibt er in seinem Buch "Oleander Oleander". Wie schon in den alten Flughafengebäuden befand sich auch im "Neubau" im Keller ein Badezimmer sowie ein Entlausungsraum. Dieser Einrichtung hatte folgende Zweck: Die ersten Passagiermaschinen waren, wenn überhaupt, nur sehr schwach beheizt. Besonders im Winter bei großer Flughöhe, konnte so der Flug sehr kalt und ungemütlich werden. Möglicherweise hätten sich Passagiere auch Erkältungen zuziehen können. Damit diese natürlich nicht passierte, gab die jeweilige Fluglinie im Bedarfsfall Pelzmäntel aus. Allerdings waren damals Läuse ein großes Problem. Da man nicht wußte wieviel Läuse sich vom vorherigen Passagier eingenistet hatten, wurden die Pelzmäntel regelmäßig entlaust. Dies geschah in einem mit Fliesen ausgekachelten Raum, der mit einer doppelten Schutztüre hermetisch abgeschlossen wurde und in den wahrscheinlich ein Schädlingsbekämpfungsmittel eingeleitet wurde. Die Bekämpfung mit Pulver ist unwahrscheinlich, da man dieses Pulver nicht rückstandsfrei aus den Pelzmänteln entfernen konnte. Wahrscheinlich wurde Stickstoff verwendet. Leider wurde der Vorraum dieses Entlausungsraum durch Renovierungsarbeiten zerstört. Der eigentliche Entlausungsram ist bisher (Dez. 2015) nocht zerstört.,Somit könnte es sich um den letzten noch intakten Entlausungsraum eines Flughafens in Deutschland handeln. Sehen Sie dazu auch die Reportage von Gerd Krebber in "Veedel mit Geschichte: Ossendorf".. Die Rollfeldmitte wurde durch einen Rauchofen markiert, durch den die anfliegenden Piloten sowohl die Mitte des Platzes, als auch die Windrichtung erkennen konnten. Zusätzlich wurde rund um diesen Mittelpunkt ein Betonkreis gezogen, der einen Durchmesser von 30 m bei einer Breite von 2 Metern hatte. Zusätzlich wurde nördlich dieses Kreises in Betonbuchstaben der Name "Köln" gegossen. Die Buchstaben hatte eine Höhe von 10 Metern bei einer Breite von 2 Metern. Mit der Übernahme des Flughafens durch die Luftwaffe wurde der Name und der Betonkreis Ende August 1939 entfernt. ![]() Quer über das Rollfeld von Nord-Westen bis Süd-Osten führte ein so genannter Nebelstartstreifen aus Beton, der eine Breite von einem Meter hatte bei einer Länge von 400 Metern. Mit diesem Nebelstartstreifen hatte der Pilot bei starkem Bodennebel eine Orientierung wo er sich auf dem Fughafen befand. Schon 1937 war die erste Erweiterung fällig. Das Rollfeld wurde erweitert. Vor der Halle 1 wurde das Rollfeld begradigt wodurch die Platte fast rechteckig wurde. Diese Naht kann man noch heute deutlich sehen. Um diese Betonnaht besser zu sehen, bewegen Sie bitte den Cursor über das Satellitenfoto von 2003.
Hier unten ein Übersichtsplan von 1936. Deutlich ist zu sehen, dass das Rollfeld noch relativ klein ist. Links:Grundriss der neuen Flughafenanlage von 1936. Deutlich ist das Rollfeld sowie die geplanten Abstellplätze der Flugzeuge zu sehen. Ganz links die Zuschauertribüne, darunter eine mit Reet gedeckte Unterstellmöglichkeit für Fahrräder, daneben der Robinienhain. Im mittleren Bereich der Neubau und etwas nach hinten versetzt weiter im Osten der Betriebshof. Daneben die Halle 1 mit den Turm der Luftaufsicht. Von rechts führt ein Abstellgleis (gestrichelte Linie ) der Bahn auf den Flughafen. Diese Gleiszuführung wurde für die Treibstofflieferungen benötigt. Die abseits stehende Halle 2 wurde erst 1940 gebaut. Im unteren rechten Bereich sind Häuser für Angestellte des Flughafens eingezeichnet. Diese Häuser sind noch bewohnt. In die freie Fläche zwischen dieser Häusergruppe und den Flughafengebäuden wurden ab 2008 Einfamilien-Reihenhäuser im Bauhausstil gequetscht, was der Wirkung der Flughafenarchitektur sehr geschadet hat.
Bitte bewegen Sie den Cursor über den Grundriss um die Funktion der einzelnen Gebäudeabschnitte zu erfahren. ![]() Der Unterstand für Fahrräder auf dem Flughafen Butzweilerhof. Um eine komfortable Anreise zu gewährleisten, wurde auch eine schnellere Verkehrsanbindung zum Hauptbahnhof ausgebaut. Ein Linienbus fuhr im 20 Minuten-Takt vom Hauptbahnhof Köln zum Hauptportal des Butzweilerhofs. ![]() ![]() Oben: Die Flughafenzone des Flughafens Köln Butzweilerhof um 1938. Wie man sehen kann, lag die Hauptanflugsrichtung im Bereich Nord-West. In dieser Anflugschneise lag die R-Halle (roter Punkt), die, 1916 gebaut, zu den größten Flugzeughallen ihrer Zeit gehörte. Um die Halle besonders kenntlich zu machen, wurde ein Signallicht auf der Halle installiert. Aber auch das war kein auseichender Schutz für anfliegende Flugzeuge. Aus diesem Grund wurde die Halle (Bild rechts) 1937 abgerissen. Die Gefahr war zu groß, dass eine Maschine bei Nebel im Landeanflug in die Halle rasen könnte. Heute befindet sich an dieser Stelle der Betriebskindergarten des Odysseums. Sowohl der erste Butzweilerhof, als auch das neue Flughafenensemble waren über Gleisanschlüsse mit dem Bahnsystem verbunden um die großen Treibstoffmengen liefern zu können. Das alte Treibstofflager mit einer Kapazität von 2 x 25.000 Ltr. lag in der äußeren nord-östlichen Ecke des Flughafengeländes. Die neuen Treibstofftanks mit 100.000 Liter (4 x 25.000 Ltr.) und 150.000 Ltr. (3 x 50.000 Ltr.) Tankinhalt wurde unter dem Rollfeld gelagert. Diese Tanks konnten direkt aus Kesselwagen befüllt werden. Um die Flugzeuge zu betanken gab es 12 Pumpengruben sowie seit 1927 einen fahrbaren Elektrotankwagen. Für die Kraftwagen des Flughafens gab einen 6000 Ltr. Treibstofftank. Der Flughafen war über ein heute noch vorhandenes Stellwerk an die Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn angeschlossen. |
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Für
Sonntag den 26. Juli 1936 war dann die Einweihung geplant - oder doch
nicht?
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Leider
ist nichts über die Gäste, deren Reden oder einem Programm bekannt.
Der Butzweilerhof wurde am 25. 7. in Gegenwart von zahlreichen
Ehrengästen, darunter als Vertreter von Generaloberst Göring
Minist.-Dirgt. Mühlig-Hofmann und Ministerialrat Koch,
General-Direktor der Deutschen Lufthansa Freiherr von Gablenz und
Oberpräsident der Rheinprovinz Terboven, eingeweiht und in Betrieb
genommen. Merkwürdigerweise gibt es auch keine Fotos der Einweihung
obwohl es sich um ein wichtiges Ereignis gehandelt hat. Da es sich bei dem 25.Juli 1936 um einen Samstag handelte,
gab es vielleicht ein Programm oder sogar einen Flugtag für die
Kölner. Schließlich hatte der Butzweilerhof mit dem Kölner Klub für
Luftsport eine sehr aktive
Luftsportgruppe. Vielleicht gab es auch eine Musikkapelle, Flugzeuge
die besichtigt werden konnten und andere Attraktionen. Aber leider ist
darüber nichts bekannt.
Das nachfolgende Foto könnte während der Einweihung gemacht worden sein. Hier ist die Halle 1 zu sehen in der die Deckentragekonstruktion mit Flaggen und die Wände mit ca. 3 m großen Kränzen geschmückt. Vor der Halle ist die Hitlerjugend angetreten. Diverse Besucher in schwarzen Anzügen sowie NS-Mitglieder befinden sich in der Halle. An der Rückseite sind Tische aufgestellt, an denen wahrscheinlich eine Art Festessen eingenommen wurde. ![]() Hier die 1. Wetterkarte die zur Eröffnung des Butzweilerhofs heraus gegeben wurde. ![]() |
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| Die Flugzeughalle 2 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Um
dem steigenden Bedarf an Unterstellmöglichkeit für Flugzeuge
nachzukommen wurde 1940 die Halle 2 gebaut. Auf dem linken Bild ist der
Platz zu sehen auf dem später die Halle 2 entstehen wird. Neben
einer größeren Hallenfläche war dieses Gebäude mit
einem zweistöckigen Verwaltungsbau umgeben. Zusätzlich zu den
obligatorischen Büros waren dort auch Vortragsräume und
Werkstätten vorhanden. Die Halle 2 hat eine Fläche von 69,2 x
35,8 Metern.
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Hier
eine Beschwerde an den Flughafen vom 6.6.1939Auf einer Postkarte beschwert sich ein Schwerkriegsbeschädigter: An die Direktion des „Flughafens“ K – Bocklemünd Longerich: „Notiz von Lebenden für unsere Toten!“ „Die Störungen der Fliegerei über unseren Friedhöfen, wo unsere Toten still ruhen sollten, nimmt dermaßen zu, dass vorerst an Sie diese 1. Notiz erfolgt! Namentlich der Nordfriedhof ist in starke Mitleidenschaft gezogen. Heil Hitler (Ein Schwerkriegbeschädigter) 6.6.39 Anm: Drei Monate später beginnt der (Luft-)Krieg... |
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![]() Es ist immer wieder zu lesen, dass die Luftschiffhalle auf dem Butzweilerhof errichtet wurde. Dies ist definitiv falsch. Leider wird diese bewußte Falschdarstellung immer wieder übernommen. Es kommt auch vor, dass sachlich richtige Artikel um dieses Märchen "erweitert" werden. Deshalb bitte ich Journalisten, die sich auf dieser Seite informieren, bei ihrer zukünftigen Arbeit auf korrekte Darstellung historischer Zusammenhänge zu achten. Tatsache ist: 1) Die Luftschiffhalle wurde in Bickendorf errichtet, der Butzweilerhof liegt in Ossendorf. 2) Der Reichsluftschiffhafen wurde 1909 gebaut. Zu dieser Zeit war der Butzweiler Hof ein Bauernhof. Die Fliegerstation Butzweilerhof ging erst 1913 in Betrieb. (Butzweiler Hof = Bauernhof, Butzweilerhof = Fliegerstation/Flughafen) 3) Es ist keine Grundbesitzurkunde bekannt, die besagt, dass das Gelände der Luftschiffhalle auf dem Grundstück des Bauernhof Butzweiler liegt. Selbst wenn dies so währe, darf nicht der wiedersinnige Eindruck entstehen, dass die Halle auf dem Grundstück der Fliegerstation liegt. 4) Der Butzweiler Hof war immer ein Bauernhof - nie ein Gutshof. Ein Gutshof hat ein Herren- und ein Gesindehaus. Auf allen bekannten Fotos des Butzweiler Hofs ist nur ein Haus zu erkennen. 5) Kaiser Wilhelm war nie an der Luftschiffhalle in Bickendorf. 6) Manfred von Richthofen besuchte die Fliegerstation Butzweilerhof erst im Jahr 1915 um an einem Luftbeobachterlehrgang teilzunehmen. 7) Der Jungfernflug der Ju 52 fand im März 1932 statt. Somit konnte diese Maschine als nicht das Standdardflugzeug der 20er Jahre sein. 8) Auf dem Butzweilerhof stand nie eine Luftschffhalle. 9) Die Geschichte der Kölner Luffahrt begann nicht erst 1909 sondern bereits 1785. 10) Graf Zeppelin schaffte es mit seinem Luftschiff Z II bereits beim zweiten Versuch in Cöln zu landen. 11) Graf Zeppelin (Ankunft in Cöln 1909) ist nie mit seinem Luftschiff auf dem Butzweilerhof gelandet, weil der Butzweilerhof erst 1913 in Betrieb genommen wurde. Die Landung erfolgte vor der Luftschiffhalle in Bickendorf 2 km südlich. 12) Die zivile Luftfahrt begann 1921 mit der englischen Instone Airlines auf dem Butzweilerhof, nicht erst 1926. 13) Eine Zeppelin-Luftschiffhalle hat es nie gegeben. In eine Luftschiffhalle kann jedes Luftschiff einfahren. (Zeppelin ist ein Luftschifftyp wie z.B. Parseval, Siemens-Schuckert, Clouth, Groß usw.) 14) In Cöln hergestellte Luftschiffe wurden direkt bei der Firma Clouth (damals Nippes, Xanternerstr. oder vor der Luftschiffhalle in Bickendorf getestet.) 15) Nicht der Flughafen Köln Butzweilerhof ist der größte Flughafen (256 m) nach Tempelhof, sondern Stuttgart Böblingen mit 308 m. 16) Nicht die Fliegerstation Butzweilerhof (Dienstbeginn 1913) war die erste Flugschule der Preussen sondern Berlin-Johannisthal (1909). 17) Maximilian Hantelmann war Flughafendirektor ab 1926. In der Fliegerstation gehörte er zum fliegenden Stammpersonal. 18) Die Atlantikflieger Köhl und von Hünefeld haben nie auf dem Butzweilerhof für ihren bekannten Atlantikflug geübt. Das Unternehmen wurde von Hugo Junkers gesponsert. Somit starteten die beiden Atlantikflieger zu ihren Langstreckenflügen vom Jukers-Werksflugplatz in Dessau. Erst später, nach dem geglückten Atlantikflug, kamen von Hünefeld und Köhl auch nach Köln. 19) Der Butzweilerhof trug nie die Bezeichnung "Drehkreuz des Westens". Das ist die Bezeichnung für den Eisenbahnknotenpunkt Köln mit Schwerpunkt Hauptbahnhof. Der Spitzname des Butzweilerhofs war "LUFTkreuz des Westens". Fortsetzung folgt. Vielen Dank Werner Müller |
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